Wenn eine Seele zu haben heißt, dass man Liebe, Treue und Dankbarkeit fühlt, dann sind Tiere deutlich besser dran als viele Menschen.“ (James Herriot)

Wenn du den Moment siehst, wenn du die Widrigkeit siehst, wenn du die Widrigkeit in etwas Positives verwandelst, bist du ein Held.“ (Pablo Pineda)



Tiergestützte Therapie und Pädagogik

Die tiergestützte Therapie und Pädagogik erlebt in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung. Ob in der Kinder- und Jugendarbeit, in Senioreneinrichtungen und Pflegeheimen, in der Arbeit mit körperlich, geistig oder sozial-emotional beeinträchtigten Menschen, zur Bearbeitung psychischer und psychosomatischer Krankheitsbilder, durch den Einsatz von Schulhunden oder als Besuchs- und Begleithunde oder durch Tierhaltung in (sozial-)pädagogischen Einrichtungen – die Liste der Bereiche, in denen Tiere als Medium zum Einsatz kommen, ist lang. Tiergestützte Arbeit allgemein umfasst den bewussten Einsatz von Tieren als Medien innerhalb der pädagogisch-therapeutischen Arbeit und richtet sich grundsätzlich an Menschen jeden Lebensalters mit besonderem Unterstützungsbedarf im kognitiven, motorischen, sozial-emotionalen oder psychischen Bereich, wobei diese Aspekte oft ineinander übergreifen bzw. einander bedingen.

Tiergestützte Maßnahmen orientieren sich immer an den individuellen Bedürfnissen und finden in Einzel- oder Gruppenarbeit statt. Die Ziele tiergestützter Therapie und Pädagogik beziehen sich zumeist auf die Aspekte der Gesundheitsförderung, der Rehabilitation und / oder der Prävention und werden im Verlauf des therapeutischen Prozesses immer wieder reflektiert, evaluiert und neu definiert. Therapie und Pädagogik sind hierbei kaum klar voneinander abzugrenzen, kommen was eine Vielfalt von Methoden und Arbeitsansätzen mit sich bringt.  Im Mittelpunkt stehen das Erleben mit dem Tier, sowie die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Klientel. Weitere Einflussfaktoren sind räumliche und zeitliche Gegebenheiten,  Kompetenzen und Qualifikationen der Therapeuten sowie die jeweiligen Eigenheiten der eingesetzten Tiere bzw. Tierarten. Tiergestützte Arbeit integriert immer auch Elemente der Abenteuer- und Erlebnispädagogik und bietet damit für viele KlientInnen bisher unbekannte Erlebnismöglichkeiten, die Chancen für persönliches Wachstum bergen.

Zu den Wirkungen von Tieren auf Menschen ist anzumerken, dass nicht alle Wirkungsweisen empirisch belegbar - geschweige denn ausreichend erforscht - sind. Dennoch ist die Wirkung tiergestützter Therapie und Pädagogik in Fachkreisen mittlerweile unumstritten.  Einwirkungen auf soziale, physiologische, mentale, psychologische und psychomotorische, heilpädagogische und ergotherapeutische Bereiche gehen hier Hand in Hand - im wahrsten Sinne also ein ganzheitlicher Ansatz.

     

Hier ein Ausschnitt der Wirkungen, die der  tiergestützten Therapie und Pädagogik zugeschrieben werden:

Die tiergestützte Therapie gilt nicht als eigenständige Therapieform. Demzufolge existiert ein nahezu unüberschaubares Angebot an Methoden,  Zugängen, Ausbildungs- und Fortbildungsmöglichkeiten, Berufsbezeichnungen, Arbeitsfeldern und individuellen Schwerpunkten. Damit ist die tiergestützte Therapie und Pädagogik ebenso individuell wie ihre KlientInnen und mit ebenso vielen Entwicklungsmöglichkeiten ausgestattet - nicht unbedingt ein Nachteil.

Im Rahmen von ErLebenszeit arbeiten wir basierend auf dem Studium der Erziehungswissenschaft und des Lehramtes verbunden mit nahezu 25jähriger Berufserfahrung in der Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe, in der Pflege, in Schule und Verein, in der sozialen Arbeit sowie der Beratung ergänzt durch die Fachausbildung zur Fachkraft für tiergestützte Therapie und Pädagogik bzw. das Studium der Geologie und der Biologie auf Lehramt. Als methodische Zugänge dienen Arbeitsweisen aus sämtlichen pädagogischen und therapeutischen Bereichen je nach Bedürfnissen und Ansprüchen der KlientInnen und Möglichkeiten des eingesetzten Tieres.
Artgerechte Tierhaltung unserer Pferde, Ponys, Schweine, Katzen und Hühner ist für uns eine Selbstverständlichkeit – und wir respektieren die Fähigkeiten und Grenzen jedes einzelnen Tieres. Unsere Tiere sind für uns weder „Arbeitsmaterial“ noch „Nutzvieh“, sondern Familienmitglieder und Co-Therapeuten, denen wir selbstverständlich eine eigene Tagesform sowie gesundheitliche und psychische Grenzen zugestehen und diese respektieren. Fast alle unserer Tiere haben ihre eigene – zumeist unschöne – Vorgeschichte, die in der Arbeit mit ihnen stets berücksichtigt wird, für einige KlientInnen aber auch ganz spezielle Zugangsmöglichkeiten bietet.


Einzelangebote
Einzelangebote sind konzipiert für alle Interessierten, die die Möglichkeiten tiergestützter Interaktion kennenlernen und nutzen möchten – egal ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener, mit oder ohne Beeinträchtigung, mit oder ohne Vorerfahrung – zumeist mit dem Ziel des Lernens, des Erlebens oder der (Selbst-)Erfahrung bezüglich privater oder beruflicher Neuorientierung.

Therapeutin und Tier (als Co-Therapeut) sind hierbei 60 Minuten lang ganz beim Klienten und seinen Anliegen – mit teilweise sehr überraschenden, aber durchweg Mut machenden Ergebnissen.

Unter die Einzelangebote fällt auch der Grundlagenunterricht im Umgang mit dem Pferd – hierbei handelt es sich nicht um den klassischen „Reitunterricht“, sondern um umfassende Erlebnismöglichkeiten mit dem Partner Pferd.


Gruppenangebote

Unsere Gruppenangebote richten sich ebenfalls an Menschen aller Altersgruppen, in allen Lebenslagen und sämtlichen sozialen und beruflichen Bezügen. Bei der Arbeit in und mit Gruppen kommen hier weitere Aspekte zum Tragen, die sich von Beobachtung, Kommunikation und Begegnung über Erfahrung bis hin zu Kontakt und vielfältigen Lernergebnissen und Möglichkeiten zu Körper- und Selbsterfahrung erstrecken. Lernen und Erleben in Gruppen macht Spaß, bereichert und weitet den eigenen Horizont. Die Gruppenangebote werden je nach Gruppengröße von zwei AnleiterInnen durchgeführt.

Auch Grundlagenunterricht im Umgang mit dem Pferd kann in Gruppen durchgeführt werden – in der Gruppe lernt es sich leichter, und nach einigen Einzelterminen sind insbesondere Kinder und Jugendliche in einer festen Reitgruppe besser aufgehoben. Auch hier steht nicht das Erringen sportlicher Erfolge im Vordergrund, sondern das Einfühlen in das Pferd als Mitgeschöpf und – neben dem kinder- und pferdegerechten und respektvollen Reiten - der Erwerb von Kenntnissen in Haltung, Umgang, Fütterung und Pflege.


Tiergestützte Projektarbeit

Die Projektarbeit im tiergestützten Bereich bietet vielfältige Erlebnismöglichkeiten für unterschiedliche Personengruppen in verschiedensten Strukturen und Angebotsformen – dies können Freizeitgruppen oder Erlebnistage für Kinder sein, Projekte für Gruppen aus der Jugendarbeit oder der Behindertenhilfe, Seminartage zum Thema tiergestützte Interaktion für Angehörige pädagogischer oder therapeutischer Berufsgruppen oder auch Familien-Erlebnistage, Eltern-Kind-Projekte oder ganz Neues – hier sind wir immer offen für Anregungen und Vorschläge.

Was kostet das?

Reitpädagogik / tiergestützte Therapie (Einzelstunde) 60 Minuten 35,00 €

Reitpädagogik / tiergestützte Therapie(Einzelstunde) 30 Minuten 20,00 €

Gruppenangebot / tiergestützte Therapie 45 Minuten 15,00 € pro Person

Projektangebote, Ferienfreizeiten, Zeltlager etc. nach Absprache

Veranstaltungen / Seminare nach Absprache


Beim Vorliegen eines Pflegegrades übernimmt u.U. die Krankenkasse im Rahmen der zusätzlichen Betreuungsleistungen bzw. der Verhinderungspflege die Kosten für einzelne Einheiten oder Angebote. Klären Sie dies bitte mit Ihrer zuständigen Kasse. Ob eine (anteilige) Kostenübernahme über den Sozialhilfeträger, den Jugendhilfeträger oder das Teilhabepaket der Bundesregierung („Bildung und Teilhabe“) möglich ist, erfragen Sie bitte bei den zuständigen Stellen. Gerne sind wir hierbei behilflich.